War es nicht gerade eben erst, als wir mit über 400 adrenalingeschwängerten Hobbypedaleuren die Stadt an der Alster gekapert und eine tolle Welcome-Party gefeiert haben? Mir kommt es vor als wäre es gestern gewesen! Vielleicht liegt es aber auch daran, daß wie jedes Jahr gilt: Nach der Tour ist vor der Tour! Und seit letztem Sommer bin ich und ein paar weitere wackere Gestalten dabei, die kommende Tour zu planen und zu organisieren. Denn diesmal geht es zur Abwechslung mal wieder über die Alpen! Nach zwei Jahren mit sehr moderaten Schwierigkeiten (zumindest was die Höhenmeter angeht), in denen wir durch England/Benelux (2017) sowie Skandinavien (2018) zwar nicht den Ball, aber doch das Rad flach gehalten haben, werden dieses Jahr wieder eher die Bergziegen und Kletterkünstler gefragt sein. Also genau mein Ding!!! Denn auf den Abfahrten werden ich vorbeiziehen und rufe den noch auf der Bergspitze jubilierenden Hungerhaken ein fröhliches 'Die Schwerkraft ist mit mir' zu, bevor ich in gestreckter Abfahrtshocke die Schwerkraft aushebele und dem Tal entgegenrase.
Bei der diesjährigen GBI Europe treffen sich wieder über 400 Teilnehmer aus fast 30 Ländern und 5 Kontinenten, um gemeinsam für den guten Zweck über die Alpen zu kraxeln. Am 30. Juni geht es in Mailand los. Von dort fahren wir zunächst durch die Po-Ebene zum Gardasee und ab Verona entlang der Etsch und dem sensationellen Etschradweg nach Bozen. Dort geht es weiter durch das Eisacktal hinauf zum Brennerpass und weiter nach Innsbruck. Entlang des Inns gelangen wir schließlich nach Deutschland und schließlich zu unserem Ziel in Hallbergmoos bei München.
Was mich allerdings vor Monaten dazu bewegt hat, statt, wie sonst immer den regulären Track 1 mit durchschnittlich 100 km pro Tag, diesmal den deutlich anspruchsvolleren Track 2 zu fahren, weiß ich auch nicht mehr. Fakt ist aber, daß ich mich in einem gemischten Team aus deutschen Vodafonies und einigen internationalen Kollegen auf die Strecke machen werde, um täglich etwa 120-140 km mit entsprechenden Höhenmetern zu bezwingen. Zusätzlich gibt es aber auch noch ein Vodafone-Team, das die kürzere Strecke fährt. Aber das ist ja irgendwie nur der halbe Spass ;-).
Auf unserer Route über die Alpen werden wir sicherlich wieder viele grandiose Eindrücke sammeln. Ob nun tolle Städte wie Mailand, Verona, Trento, Innsbruck oder München, beeindruckende Ausblicke, die meist mit viel Schweiß erkauft werden müssen wie der Monte Baldo, die Seiser Alm oder der Brennerpass oder auch einfach nur viel Spaß mit gleich Bekloppten beim abendlichen Bierchen oder beim Reifenwechsel auf der Strecke. Ich freue mich jedenfalls schon wieder riesig auf die Tour.
Bis dahin muß ich allerdings auch noch ein bisschen die Pedalen quälen. Ich glaube zwar, daß ich in ganz guter Verfassung momentan bin, aber als Teamlead muß man ja auch Vorbild sein und nicht direkt am ersten Hügel abkacken. Um dieser Schmach zu entgehen, habe ich sogar als Training eine Radtour über 200 (!!!) km (an einem Tag!) gemacht. Zwar alles ganz flach, aber dennoch mußte ich nachher nicht sofort in die Eistonne und am nächsten Tag konnte ich sogar ohne Schmerzen an ein Fahrrad denken. Die Tour kann also kommen.

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