Was war das heiss heute!! Den ganzen Tag brannte die Sonne unerbittlich auf uns herunter. Eigentlich hätte nur noch ein Blatt Backpapier auf den Sattel gefehlt. Und ein Stengel Rosmarin hinterm Ohr.
Aber mal alles von Anfang an. Heute morgen ging das babylonische Stimmengewirr wie erwartet in Runde 2. Mit 400 aufgeregt herumgackernden und planlos herumlaufenden Radfahrern aus 30 Ländern und anfangs noch maximal verwirrten Helfern ist das ein echter Spass als alter GBI-Haase, der ich mittlerweile bin. Nachdem ich mein Team nach einer halben Ewigkeit endlich für ein Teamfoto zusammen hatte und unserem ägyptischen Kollegen erklärt habe, das ich mit 'wir treffen uns in 10 min' eigentlich deutsche und keine ägyptischen Minuten meinte, ging es dann endlich los.
Auf der Strecke hatte ich anfangs echt Probleme, mein Team zu finden, denn eine Schlange von bestimmt 200 Radfahrern, alle in grünweissen GBI-Trikots, zog sich gemeinsam mit uns durch die Po-Ebene.
Da wir aber recht flott in unserem Giga Power Team unterwegs waren, hatte der Verpflegungspunkt gar keine Chance vor uns am geplanten Platz anzukommen. Also mussten wir unsere Trinkflaschen auf Restaurantklos bzw. den dortigen Waschbecken auffüllen, da noch ein Ausflug in die Berge anstand. Vorher kamen wir aber noch am einen prächtig vollhängenden Aprikosenbäumchen am Strassenrand vorbei, das ich kurzerhand aberntete und meine Mitfahrer mit Vitaminen versorgte.
Nach einem Zwischenstopp in Breschia ging es dann in die Berge. Ein leichter Berg zum warm werden, so hiess es eigentlich. Warm war uns allen mittlerweile ausreichend bei knapp unter 40°, und einem leichten Berg stelle ich mir gemeinhin anders vor. 500 Höhenmeter auf 10 km ist mal eine Hausnummer. Wenn dann noch der kleinste Gang streikt und immer wieder raus springt, wird so ein 'Hügelchen' schnell zur Tortur. Kein Wunder also, dass die meisten meiner Mitstreiter bereits sehr ausgeruht erschienen, als ich oben ankam. Aber meine Stärken sind ja eh mehr die Abfahrt, wo mir die Schwerkraft gnädig gestimmt ist und mich ins Tal trägt. Zwischendurch habe ich noch meinen Bildungsauftrag erfüllt und einer Mitfahrerin erklärt, das man den Innenfuss in Kurven bei der Abfahrt tunlichst nicht unten haben sollte, da das darauf folgende intensive Kuscheln mit der heissen Asphaltdecke kein Spass ist. Dafür hatten wir aber noch einen tollen Blick ins Tal.
In unserem Ziel Montichiari angekommen, gab es trotz meiner pessimistischen Warnungen sehr wohlschmeckende, wenn auch recht scharf gewürzte Spaghetti mit Tomatensosse und kühles Bier. Dieses Jahr scheinen also die Abläufe im Helferteam tatsächlich besser zu klappen als in den Vorjahren.
Jetzt sitzte ich auf meiner Matratze und um mich herum eine Kakophonie aus melodischer Schnappatmung, nasaler Zwölftonmusik und stakkatoartigem Gegrunze. Ich hoffe meinen Einsatz an diesem Konzert nicht zu verpassen und sage daher Gute Nacht.




Sehr schöner Bericht! Habt noch viel Spaß und bleibt unfallfrei!
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